Mittwoch, 1. April 2015

Meerpfuhl bei Merzhausen

Während der letzten Amphibien-Rettungsaktion (2014) wurden wir auf das Massensterben am Meerpfuhl bei Merzhausen, gelegen an der B275, aufmerksam gemacht. Nachdem wir uns noch während der Wanderung vor Ort ein Bild von der Lage gemacht hatten war für uns schnell klar:

Diesen Amphibien muss dringend geholfen werden!

Die bereits vor vielen Jahren erbaute stationäre Amphibienleitanlage bestehend aus einem Doppelröhrensystem und einem Holzschutzzaun konnte die letzten Jahre mangels ehrenamtlicher Manpower nicht mehr betreut werden. So kam es, dass der ohnehin inzwischen marode Holzzaun teilweise völlig weg gebrochen war. Auch der notwendige regelmäßige Freischnitt der Vegetation vor und hinter der Anlage wurde die letzten Jahre vernachlässigt. Die Röhren unter der Straße, so der zuständige Streckenverantwortliche, seien seinem Wissen nach schon lange nicht mehr durchgespült worden.

Noch im Sommer 2014 organisierten wir einen Ortstermin, zu welchem wir alle Verantwortlichen einluden. Bei diesem waren u.a. die UntereNaturschutzBehörde (UNB) und die zuständige Straßenmeisterei anwesend um sich einen Überblick über den Zustand der Leitanlage zu machen. Ca. zwei Wochen später wurde zunächst -nach Jahren völligen Wildwuchses- die Anlage wieder komplett freigeschnitten und die dortigen Untertunnelungen freigespült. Im Spätherbst stellten wir dann an etlichen aufeinander folgenden Samstagen als Sofortmaßnahme für die nächste Wanderungssaison den umgefallenen, maroden Holzzaun so gut wie möglich wieder auf und reparierten ihn provisorisch mit einfachstem Holz (Bilder Zaunreparatur). Auf Grund des schlechten und instabilen Zustands lies sich jedoch die volle Funktionsfähigkeit auch vorübergehend nicht wieder herstellen. Einige Teilstücke konnten nicht wieder aufgebaut werden.

Bis zur Erneuerung des maroden Zauns ist deshalb die Ergänzung eines mobilen Schutzzauns erforderlich, was eine Vorortbetreuung durch uns notwendig macht. Der Aufbau hierzu erfolgte am Samstag, 28.02.15. Da auf der dortigen Bundesstraße 275 (B275) eine Geschwindikeit von 100kmh erlaubt ist und die Strecke auf Grund von Kurven sowohl für die Autofahrer als auch für die Helfer schlecht zu überschauen ist wurde für die Wanderungszeit (März u. April) ein Antrag auf eine entsprechende Verkehrsmaßnahme gestellt. Dieser wurde von den zuständigen Behörden zunächst lediglich mit der vorgeschriebenen Mindestmaßnahme (Fußgänger kreuzen u. Gefahrstelle) umgesetzt. Der mit beantragte zusätzliche Aufbau einer Warnbarke, welche manuell von uns immer dann aktiviert wird, wenn wir vor Ort sind, wurde von den Behörden mit der Begründung des damit verbundenen Aufwands für Auf- und Abbau (1x aufbauen, 1x abbauen) sowie des Diebstahlrisikos jedoch abgelehnt. Die Einrichtung von Verkehrsmaßnahmen ist deshalb wichtig, da die Amphibienhelfer nah am Straßenrand arbeiten und zudem das mehrmalige Überqueren der Straße erforderlich ist um die Tiere sicher an ihr Ziel zu bringen. Das Aufstellen einer Warnbarke mit manueller Bedienung führt zu einer zusätzlichen Sensibilisierung der Gefahrenstelle und hat sich bereits in dem von uns betreuten Amphibienwanderungsgebiet in Schmitten sehr bewährt und sich bei den Ortskundigen stellenweise bereits rumgesprochen.

Ob die beiden Schilder "Fußgänger kreuzen" und "Gefahrstelle" in Verbindung mit unserer Warnschutzkleidung die Autofahrer am Meerpfuhl zur rücksichtsvolleren und langsameren Fahrweise aufrufen kann darf bereits nach unseren ersten Einsätzen bezweifelt werden.

Fazit: Um den Amphibien am Meerpfuhl wieder einen sicheren Weg über die stark frequentierte Bundesstraße zu ermöglichen bedarf es noch viel Arbeit, denn derzeit fehlt es sowohl noch an Verständnis als auch an Unterstützung durch die dort zuständigen Behörden.

Die Anlage in Merzhausen vor unserer Betreuung:

Die auf der Waldseite völlig zugewachsene Zaunseite (Hinwanderung). Eine notdürftige Reparatur war erst nach Freischnitt möglich.
An vielen Stellen war der Zaun komplett offen, da sich im Laufe der Zeit die Bretter gelöst hatten.
Die kompletten unteren Zaunbretter sind inzwischen verfault.